Nach dem 2. Weltkrieg stand Italien wie alle anderen beteiligten Länder vor der Aufgabe,
auf die Beine zu kommen. Dazu dienten Fahrräder, leichte Motorräder und Motorroller.

Moto Guzzi hatte maßgeblichen Anteil daran, Italien seine Mobilität zurückzugeben.
Dazu holte Carlo Guzi den Ingenieur Antonio Micucci ins Haus. Der konstruierte
einen Zweitaktmotor mit drei Gängen, der 65 cm² Hubraum und 2 PS hatte. Dazu kam
ein Rohrrahmen, eine gefederte Parallelogrammgabel und eine cantilever-gefederte
Hinterradschwinge. Zusammen mit einem gefederten Sattel ergab das einen exzelllenten
Fahrkomfort.

Der Name Moto Guzzi, und die geniale Einfachheit der Konstruktion sorgte in Windeseile
für eine weite Verbreitung der Motoleggera. So nannte sich das Motorrad offiziell, erhielt
aber im Volksmund schnell den Namen "Guzzino" - kleine Guzzi.

Der Verkauf lief so rasant, und die italienische Bevölkerung war so versessen auf die Guzzino,
dass schon 1949 mehr als 50000 Maschinen verkauft waren. Zu diesem Anlass organisierte
Moto Guzzi ein Treffen am Comer See, zu dem mehr als 12000 Guzzinos erschienen.

Die Italiener liebten die Guzzino, ungeachtet von Herkunft, Bildung und Vermögen.
In allen Bevölkerungsschichten war sie vertreten.

Als sie 1953 nach behutsamer Modellpflege etwas in die Jahre gekommen war, brachte Guzzi
die Cardellino auf den Markt, eine modernisierte Version mit Hinterraddämpfung und Soziusplatz.
Bald kam eine Telegabel dazu, später ein leicht vergrößerter Motor mit bis zu 83 cm² und 2,9 PS.
Am Schluss der Produktion 1965 war aus der spartanischen Guzzino ein kleines Motorrad
mit Sitzbank, Fußschaltung und Sporttank geworden.


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